09-2015 – Wanderer, kommst Du nach Deutschland…

Hoffnung

Auf dem Weg sein, heißt noch nicht, auf den Weg gebracht sein

Wanderer, kommst Du nach Deutschland, dann kannst Du mit bloßem Auge Menschenfreunde und Menschenfeinde erkennen. Die einen heißen Dich willkommen und wollen Dich umhegen, die anderen beschimpfen Dich oder wollen Dir gar ans Leben. Licht- und Dunkeldeutschland stehen sich, wie Bundespräsident Gauck in einer geradezu manichäistischen Diktion verkündet, schroff gegenüber.

Warum sollte also ein guter Mensch überhaupt darüber nachdenken, wenn ihm doch die Antwort so klar vor Augen stehen müsste? Derartige Situationen gab es von jeher in diesem im Weltmaßstab kleinen Land, die Antworten schienen immer so klar und eindeutig, dass es unnötig erschien, differenzierte Fragen zu stellen. Ob es um den Ausbruch des Ersten Weltkrieg ging, der auch in Deutschland mit mutwilligem Kriegsgeschrei eingeläutet wurde, ob es um die braunen Herren ging, die zwanzig Jahre später die Macht ergreifen und das Land an den schlimmsten Abgrund seiner Geschichte bringen sollten, ob es die aufgezwungene Teilung des Landes in Ost und West oder um die übereilte und ungleiche Einheit der Deutschen war, die diesem nicht weniger traurigen Intermedium folgte, immer wieder schienen die einmal getroffenen Entscheidungen so unumwunden klar, obwohl doch ein öffentlicher Diskurs, eine laute Reflexion so dringend geboten gewesen wären.

Hinter der Patina eines fein sinnierenden Deutschen tritt doch letztlich immer wieder ein entschlossener Wille, der Mehrheitswille hervor, der häufig genug zu falschen, fatalen Entscheidungen geführt hatte. Denn immer wieder stand das vermeintlich Gute zur Entscheidung, das dann zumeist außerordentlich schlechte Konsequenzen zur Folge hatte. Auch im besonderen Mythos des Faustus ist das zaudernde alte Doktorchen dann doch ganz schnell dabei, die Hölle zu wählen, weil sich diese ihm in seiner Situation als das vermeintlich Bessere anbietet.

‚Nation‘ als Konzept bedeutet immer schon ein Leben mit Differenzen, ein Austausch zwischen dem Eigenen und dem Fremden

Heute stehen wir wieder vor einer solchen Entscheidung. Um es ganz deutlich zu sagen und um Missverständnissen vorzubeugen. Wir müssen die zumeist traumatisierten Wanderer, die nach Deutschland kommen, willkommen heißen. Wir müssen uns bewusst sein, dass ein Land im Zentrum Europas, seitdem es zu einem geschichtlichen Subjekt wurde, stets ein Gemisch von Völkern und Völkerschaften, eine Mischung der Religionen und Rassen war. Diese Mélange (so herrlich beschrieben in Zuckmayers Des Teufels General) hat dieses kleine Land, das man in staufreien Tagen in vierundzwanzig Stunden durchreisen kann, hat unsere Identität nicht gefährdet oder gar zerstört. Wann immer sich Zuwanderer und Einheimische zusammentaten und vereinigten, entstand auch etwas Neues, ohne dass man sich gar nicht an das Alte hätte erinnern können. Jene Menschen, die den neuen Migranten mit Hass oder gar mit Gewalt begegnen, haben bis heute nicht verstanden, dass dieses Land niemals ein Ort der reinen Rasse oder reinen Lehre war, auch wenn Ideologen dies so postulierten. Doch selbst diese kamen aus dem Westen, aus England und Frankreich, wenn man nur an Houston Stuart Chamberlain und Graf Artur de Gobineau denkt.

Anhänger eines ethnisch monolithischen Staatswesens vergessen aber, dass eine Identität, die sich auf Blut und Boden gründet, schon recht schwach sein muss. Angesichts einer solchen Statik ist es unfähig zum Diskurs und damit zum Konsens, da es a priori Menschen anderer Herkunft ausschließen muss. Wer so argumentiert, hat von der Geschichte der Nationen nichts begriffen, sind diese im Verständnis von Aufklärung und Revolution doch stets Komposita des Verschiedenen, des Eigenen und des Anderen gewesen.

Das historisch gleichsam Unfertige und Unvollkommene dieser Nation sollte sich zwar nicht immer als deren Stärke herausstellen. Schien es zunächst so, als ob die Defizite dieses Landes zu seinem Unheil von den vermeintlichen Heilsbringern auf der Rechten in Beschlag genommen worden wären, so erweist sich gerade deren Offenheit in einer föderalistischen Struktur als flexibler und damit auch überlegen gegenüber jenen Nationalstaaten, die in zentralistischen bzw. dynastischen Traditionen ihre vermeintliche Sicherheit bezogen hatten. Und selbst die Ablehnung, die das Land von Seiten ihrer eigenen antideutschen Menschenkinder aus nachholendem Verantwortungsbewusstsein für die Schuld ihrer Eltern oder Großeltern erfuhr, machte es im Grunde stärker und nicht schwächer.

Probleme, die sich aus den neuen Wanderungsbewegungen ergeben

Nicht zu vergessen ist dabei die ökonomische Stärke Deutschlands, in der viele Zuwanderer ihre Sicherheit und ihren Wohlstand erblicken. Es wird dabei jedoch bei all diesen unleugbaren Tatsachen vergessen, dass aber auch bei uns nicht wenige Menschen unter wenig komfortablen Bedingungen leben müssen. Nach bekannten Statistiken wächst die Zahl jener, die von armutsgefährdet sind, d. h. denen als Einzelperson weniger als 917 € im Monat zur Verfügung stehen. Hatte die entsprechende Quote 2005 noch bei 14,7 Prozent gelegen, so sollte sie im letzten Jahr schon 15,4 Prozent erreichen. Besonders Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren sind mit 24,6 Prozent von dieser Tendenz betroffen, während 32,5 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund in Gefahr sind, in die Armut abzurutschen (vgl. Berliner Zeitung von 28. August 2015).

Gemessen an diesem allgemeinen Wohlstand, könnte man nun geneigt sein, diese Zahlen zu relativieren. Dabei übersieht man jedoch, dass das Armutsrisiko angesichts des steigenden Anteils älterer Menschen noch um ein Vielfaches zunehmen wird. Und ebendies setzt unserer eingangs so optimistischen Vision, aber auch den Selbstverständlichkeiten ein jähes Ende.

Es ist nicht damit zu rechnen, dass diese gewaltige Migrationsbewegung abnehmen wird. Wenn schon in diesem Jahr bisher von 800.000 Menschen zu rechnen ist, dürfte sich dieses Potenzial schon bald verdoppeln. Die Kinder und Verwandten der neuen Einwanderer werden mit Recht den Anspruch erheben, mit ihren Familien auf deutschem Boden vereinigt zu werden. Doch dabei sind die allgemeinen Zustände in Europa schon beklemmend genug. Während man in Osteuropa auf ethnische Homogeneität setzt, igeln sich die Briten auf ihrer Insel ein, und in Frankreich tobt ein Kampf zwischen kosmopolitischen und nationalistischen Traditionen. Deutschland und einige wenige Länder werden den neuen Zuwanderern eine neue Heimat sein müssen. Auf Europa wird in dieser Hinsicht schon deshalb kein Verlass sein, weil der Kontinent in sehr ungleichmäßiger Weise Ziel bzw. Ausgangspunkt von Wanderungsbewegungen war. Historische Erfahrungen lassen sich eben nicht in Verwaltungsakten dekretieren.

Würden sich diese Einwanderungswellen über Jahre oder gar Jahrzehnte verteilen, wäre der Widerstand von Seiten eines Teils der Bevölkerung mit Sicherheit weniger groß. Agitatoren könnte man mit Recht auf ähnliche Entwicklungen hinweisen, die längst als historisches Ergebnis anerkannt worden sind. Man denke nur an die zahlreichen polnischen Arbeiter, die im Ruhrgebiet eine neue Heimat fanden. Aber unter diesen Umständen steht zu befürchten, dass die politische Stimmung im oben skizzierten Sinn polarisiert. Es wird schwierig werden, auf differenzierte Weise über die neue Situation zu diskutieren. Ebendies aber ist notwendig. Denn natürlich muss der Souverän, das Volk, das Recht haben, einen Diskurs über die Einwanderung zu führen, schon deshalb, weil er nicht einer radikalen Minderheit überlassen sein soll, die nur in Gewalt gegen traumatisierte Menschen verzerrt.

Konflikte zwischen Bevölkerungsgruppen haben nicht nur in Deutschland eine lange Tradition

Man sollte auch nicht glauben, dass sich die Gegensätze nur zwischen einheimischen ethnischen Deutschen und neuen Einwanderern verschärfen werden. Es steht zu befürchten, dass gerade jene Menschen zu Wutbürgern werden, die sich von dem Wohlstand und Chancenreichtum dieses Landes ausgeschlossen fühlen. Und da spielt die Herkunft nur noch eine ungeordnete Rolle. Aus durchaus ähnlichen Erfahrungen teile ich die Verbitterung jener, die man seit Jahrzehnten mit der Bezeichnung „Migrationshintergrund“ taxiert (obwohl dieser eigentlich aus der Sicht mancher Behörden zu einem Vordergrund geworden ist), während man den neuen Einwanderern mit einer Willkommenskultur entgegen kommen will. In welches Land sollten wir jetzt auswandern?

Enttäuschung wird sich unter diesen Menschen breit machen, wenn sie erfahren, dass sie trotz ihrer langjährigen Mitarbeit am Aufbau dieses Landes zu einem neuerlichen Spielball von Verteilungskämpfen gemacht werden. Aufs Neue scheint ihr noch so bescheidener Anteil an diesem Land gefährdet, obwohl sie die deutsche Sprache beherrschen, die häufig genug zu ihrem Erstidiom geworden ist. Natürlich teile ich Ressentiments nicht, die sich aus diesen Gefühlen ergeben. Aber es bricht mir das Herz, dass ich mitansehen muss, wie man diesen Neubürgern Versprechungen auf ein besseres Leben macht, während ich zu denen gehöre, die Jahrzehnte um eine gleichberechtigte Existenz in dieser Gesellschaft kämpfen mussten, ohne am Ausgang ihres Lebens jemals erreicht zu haben. Man möchte den anderen wünschen, dass sie es in diesem Land leichter haben mögen. Aber ein bitterer Nachgeschmack wird doch bleiben. Bin ich der vielzitierten Willkommenskultur begegnet, als ich Ostern 1961 in einer Berliner Grundschule aufgenommen wurde?

So ist doch davon auszugehen, dass Ressentiments auch bei vielen Menschen mit „Migrationshintergrund“ nicht unterbleiben werden, bei all jenen, die sich ihre Heimat in Deutschland gegen Vorurteile und Diskriminierung überhaupt erst erstreiten mussten. Was ethnischen Deutschen durch Geburt zuzukommen pflegt, wurde ihnen, wenn überhaupt, erst durch Kampf teilhaftig. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich mit dem Einwanderungsdruck auch eine xenophobe Grundstimmung verstärkt, die sich letztlich auch gegen sie selbst richten kann.

Tragische historische Parallelen rufen sich vor diesem Hintergrund in Erinnerung. In den 1920er und frühen 1930er Jahren versuchen orthodoxe Ostjuden ihrer bedrückenden Armut zu entrinnen, der sie im damaligen Ostpolen (in Teilen der heutigen Ukraine) ausgesetzt sind. Während die deutschen Juden gänzlich in deutschen Gesellschaft integriert sind (was der Hetze der Nazipartei freilich keinen Abbruch tat), bekunden die Neuankömmlinge umso mehr, dass sie einer eigenen Kultur angehören. Da sich ihre deutschen Glaubensbrüder nun aufgrund der Stimmungsmache unter Druck gesetzt fühlten, begannen diese sich, in zunehmendem Maße von ihnen zu distanzieren. Als deutscher Bürger wollte man sich nicht von einer Kultur vereinnahmen lassen, der man sich entfremdet fühlte.

Es steht zu befürchten, dass sich just dieser Effekt der Entsolidarisierung zwischen Menschen aus gänzlich unterschiedlichen Gruppen ohne gemeinsame religiöse Bindungen als noch hartnäckiger erweisen könnte, als dies unter den damaligen Umständen der Fall war. Insoweit wundert es mich schon, dass nicht mehr Menschen einen offenen Diskurs über die Einwanderung in unser Land fordern. Meine unumwundene Sympathie gilt zwar fraglos jenen Mitbürgern, die sich den neuen Einwanderern zuwenden und sie bei uns willkommen heißen. Aber dieser Standpunkt wird ebenso rasch an seine Grenzen stoßen wie die Aufnahme- und Integrationsmöglichkeiten, die ihnen auf längere Sicht zur Verfügung stehen.

Humanität und Ökonomie – ein ungleiches Paar
Auch die Vermischung humaner Kriterien mit ökonomischen Erfordernissen lässt aus meiner Sicht auf eine Haltung schließen, die sich weigert, die hier nur skizzierten Fragen zu Ende zu denken. Einem Schiffbrüchigen, denen ich meine Hand zur Hilfe entgegenstrecke, frage ich doch nicht, ob er meiner Wirtschaft von Nutzen sein kann. Ich helfe ihm, helfen jedem, wenn ich helfen kann, ohne in diesem Moment bereits sagen kann, ob ich diesen oder einen anderen Menschen auch fest in meinem Land aufnehmen kann. Wenn er sich auf einem sicheren Schiff oder in einem sicheren Hafen befindet, wird er natürlich nicht fragen, ob es ihm gefällt oder nicht. Er wird froh über seine Rettung sein und seinen Rettern danken.

Aber anders verhält es sich, wenn ein Migrant in diesem Land ein Zuhause finden, wenn er sein restliches Leben zwischen Elbe und Rhein verbringen soll. Das ist ein grundsätzlicher Schritt, der wohlüberlegt sein will. Und auch von der Seite der bisherigen Einwohner werden Fagen gestellt, die über den unmittelbaren Augenblick hinausgehen. Wird der neue Bürger die säkularisierte Gesellschaft als eine Chance begreifen, sich von seiner Religionsgemeinschaft so zu emanzipieren, dass er den Anders- oder Nichtgläubigen als einen gleichberechtigten Partner betrachtet? Werden die neuen Einwanderer den ‚gender main stream‘ akzeptieren, der Frauen als grundsätzlich bessere Konstruktionen auslegt als Männer, ohne dabei verstehen zu wollen, dass sich hier nur eine Umkehrung des Patriarchats vollzieht und jedes Geschlecht dabei womöglich auch nur Opfer seiner eigenen Halbheiten ist?

Werden sich die der Gewalt Entronnenen den sprachlichen Euphemismen einer politischen Korrektheit unterwerfen, die selbst viele von uns noch nicht ganz verstanden haben? Werden sie hier wieder lernen, mit anderen aus anderen Kulturen zusammenzuleben, nachdem man ihnen ebendies in ihren Heimatländern abgewöhnt hatte, gerade dies zu tun, nachdem man sie und andere aus Regionen verjagt hatte, die ihre Familie seit Generationen oder gar Jahrhunderten bewohnen?

Wenn der bürgerliche Utilitarismus zum alleinigen Maßstab wird, stellen sich derartige Fragen gar nicht erst ein. Die neuen Einwanderer funktionieren wie Schräubchen, die man in ein Uhrwerk einsetzt, dem dergleichen fehlen. Selbst linke Kommentatoren pflegen so zu argumentieren, um einer fragenden und verunsicherten Meute mit neuen ökonomischen Perspektiven ein wenig mehr Menschlichkeit nahezubringen.

Man bedenkt aber nicht, dass es trotz eines wirtschaftlichen Aufschwungs in einer krisenhaften Welt auch bei uns viele einheimische Menschen gleich welcher Herkunft gibt, denen diese Perspektiven bereits jetzt fehlen, gar nicht davon zu sprechen, dass die über uns schwebende Krise auch in Deutschland zu ihrem Ausbruch kommen kann, um mit den Mittelschichten weitere Teile der Gesellschaft, einschließlich der neuen wie alten Einwanderer zu erfassen.

Dabei wird aber wiederum verkannt, dass wir diese neuen Einwanderungsbewegungen nicht nur vor dem Drama des Nahen Osten und seiner immer fürchterlicheren und komplexeren Kriege betrachten dürfen. Dem Verkehr der Waren folgt der Transit der Menschen, die, um eine alte Formulierung zu gebrauchen, mit den Füssen abstimmen und auch nur aus einsichtigen Gründen in Regionen streben, in denen ihre Arbeitskraft noch etwas zählt. Intellektuelle Bevölkerungsschichten mit ‚überschüssigem Bewusstsein‘ (Lukács), die sehr viel mehr als die unteren Klassen vom Sog der Internationalisierung und Globalisierung erfasst werden, treibt es nach Norden, nicht nach Süden in die Emirate oder nach Saudi-Arabien.

Als besonderer Profiteur der wirtschaftlichen Globalisierung ist Deutschland ein besonderer Anziehungspunkt einer Einwanderung, die schon deshalb nicht nur aus politischen Krisenregionen erfolgt. Von einer kulturellen Globalisierung kann aber mitnichten die Rede sein, weder von der einen noch von der anderen Seite. Die deutsche Mehrheitsbevölkerung weiß wenig über die Kulturen im Irak oder in Syrien, außer dass diese von zynischen religiösen Fanatikern mutwillig zerstört werden. Lange war ihr unbekannt geblieben, dass arabischsprachige Menschen eben auch Christen sein können. Und Syrer und Iraker kennen hingegen die deutsche Kultur zumeist nur über die Marken von Autos und anderen Industriegütern, über die Namen von Politkern etc.

Aus diesem Grund scheinen sich der Anspruch der Flüchtlinge auf ihrem Anteil am Wohlstand und die Erfordernisse unserer Volkswirtschaft (einschl. unseres Sozialsystems) zu entsprechen. Dieser Annahme liegt die merkwürdige Vorstellung zugrunde, dass ein Land wie das unsrige das unveräußerliche Recht habe, seinen Bevölkerungsstand zu halten, wenn nicht gar zu vergrößern. Nur so, sagt man, könnte das bestehende Rentensystem gerettet werden, wobei wiederum verschwiegen wird, dass viele einheimische Arbeitnehmer schon längst aus dieser Alterssicherung herausfallen und demnach nicht mehr davon profitieren werden.

Es treibt mich um, dass wir in einer Gesellschaft leben werden, die nur noch aus fragmentierten Bevölkerungsgruppen besteht, ohne dass deren unterschiedliche wirtschaftliche Interessen vor einem Verständigungshorizont mit gemeinsamen kulturellen Grundlagen aufeinander treffen könnten. Unter diesen Voraussetzungen wären Konflikte an der Tagesordnung, die zu handfesten rassistischen Exzessen führen könnten. Es bringt mich zur Verzweiflung, dass offenbar nur wenige Zeitgenossen ähnliche Befürchtungen hegen, so als ob Zweckoptimismus bereits eine hinreichende Begründung für eine erfolgreiche Integration der neuen Zuwanderer wäre. Dabei sind die Zwischenfälle im Osten unseres Landes bereits Hinweis genug auf das, was auch im Westen auf uns zukommen kann. Im Moment sind es noch die östlichen Einheitsverlierer, deren Kreis sich um weitere benachteiligte Gruppen erweitern kann.

Fortsetzung folgt

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