05-2019 Strophen. (Michail Lermontov, Üb. Rainer Maria Rilke)

Einsam tret ich auf den Weg, den leeren,

Der durch Nebel leise schimmernd bricht;

Seh die Leere still mit Gott verkehren

Und wie jeder Stern mit Sternen spricht.

Feierliches Wunder: hingeruhte

Erde in der Himmel Herrlichkeit…

Ach, warum ist mir so schwer zumute?

Was erwart ich denn? Was tut mir leid?

Nichts hab ich vom Leben zu verlangen

Und Vergangenes bereu ich nicht:

Freiheit soll und Friede mich umfangen

Im Vergessen, das der Schlaf verspricht.

Aber nicht der kalte Schlaf im Grabe.

Schlafen möcht ich so jahrhundertlang,

Dass ich alle Kräfte in mir habe

Und in ruhiger Brust des Atems Gang.

Dass mir Tag und Nacht die süße, kühne

Stimme sänge, die aus Liebe steigt,

Und ich wüsste, wie die immergrüne

Eiche flüstert, düster hergeneigt.

Über kianharaldkarimi

TAGEBUCH EINES PRIVATDOZENTEN IN DEUTSCHLAND Ein Versuch, mir meine Trauer, Resignation und Wut von der Seele zu schreiben, um nicht daran zu zerbrechen. ACHTEN SIE BITTE AUCH AUF MEINE HOMEPAGE! kianharaldkarimi.de
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